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KI im Innovationsmanagement

Aktualisiert: 29. Juni 2023

Interessieren wir uns als Innovations- und Kreativagentur für KI? Keine Frage! Wenn wir es nicht tun würden, wären wir ein schlechter Partner für unsere Kund:innen! Neugier - also, die Gier auf Neues - ist ein hohes Gut für Innovationsspezialist:innen.


Machen wir uns auch Gedanken, was wäre, wenn KI unsere Arbeit übernehmen würde? Auf jeden Fall, denn die Disruption stellt vieles in Frage und verlangt, dass sich (fast) jede Organisation mit der von uns so geliebten Frage «What if...» auseinandersetzt. Was wäre, wenn KI unser gesamtes Kerngeschäft automatisieren würde? Was würden wir dann noch tun?


Gerne möchten wir euch an unseren Gedanken teilhaben! Wir haben uns gefragt: «Was ist eigentlich unser Kerngeschäft»? Dabei sind wir auf folgende Punkte gekommen:

  1. Wir planen und moderieren Workshops sowie begleiten Entwicklungsprozesse.

  2. Wir generieren neue Ideen für unsere Kund:innen.

  3. Wir coachen in Innovations- und Unternehmensentwicklungsfragen.

  4. Wir planen und begleiten Veränderungsprozesse.

  5. Und wir trainieren punktuell Methoden, Techniken und Philosophien.

Hernach haben wir uns die Frage gestellt, wo wir selbst (die Menschen) schon demnächst ersetzt oder unterstützt werden könnten. Oder wo es unserer Ansicht nach noch ein Weilchen Sinn macht, wenn Menschen agieren.


Workshopplanung und -moderation

Kürzlich haben wir einen Prompt* geschrieben, der in etwa folgendermassen aussah:

Erstelle mir bitte ein ausführliches Drehbuch für einen Workshop mit der Fragestellung "Wie müsste...?"

Das Drehbuch soll passende Kreativmethoden, einen logischen Aufbau und den zeitlichen Ablauf beinhalten. Das Resultat war beeindruckend gut. Mit den richtigen Prompts kann man einen sehr professionellen Workshop planen. Wo die KI noch stark strauchelte: Bei der Auswahl der Kreativmethoden! Sie berücksichtigt in der Regel klassische Methoden wie Brainstorming, Design Thinking oder Mindmapping. Man muss ihr noch stark auf die Sprünge helfen.


Ideation

Auch hier: KI kann schon verdammt viel! Mit den richtigen Prompts* kann man den Menschen bereits zum Teil ersetzen. Zu einer Fragestellung lieferte uns die KI einen ausgewachsenen «Morphologischen Kasten» mit einigen sehr guten Denkansätzen. Doch die wirklich quer gedachten Lösungsideen bringt die KI (noch) nicht auf den Tisch.


Innovations- und Unternehmensentwicklungsprozesse

Hier sind wir selbst noch skeptisch. Augmented Intelligence und KI können helfen, auf Prozesse und Erfahrungen hinzuweisen, die in anderen Organisationen funktionieren. Doch überall dort, wo es «menschelt», wo Entscheidungen, Intuition, Emotionen und Bauchgefühl gefragt sind, werden wir als Innovationscoaches und Unternehmens- bzw. Organisationsentwickler noch nicht so schnell ersetzt werden können.


Change Management

Die Frage ist, welche Herangehensweise man für einen Veränderungsprozess auswählt. Bei einem datenbasierten Approach vermag die KI schon ausgesprochen gute Programme zu schreiben. Setzt man auf akteurszentrierte Prozesse, fehlt noch einiges für wirklich empathische Prozesse. Coaches, die sich Befürchtungen und Ängsten von Beteiligten in Change Prozessen annehmen, sind in vielen Veränderungsprojekten eine gute Unterstützung. Die Coachingszene hat sich den Themen «KI» und «Chatbots» relativ lange verweigert. Doch auch diese Entwicklung schreitet rasant voran. Was bereits vor über zehn Jahren möglich war, zeigt dieses Beispiel von «SimCoach»:



Methodentrainings

Es ist bereits problemlos möglich, mit den richtigen Prompts* einfache Methodentrainings in einem Human-Machine-Setting (Mensch sitzt vor Computer) durchzuführen. Die Frage ist, welcher Lerntyp bin ich? Lerne ich mit sozialer Interaktion besser? Oder lerne ich gut, wenn ich visuelle und auditive Anweisungen einer KI kriege? Oder noch besser, wo setze ich welche Trainingsweise für mich zielbringend ein?


Unsere Schlussfolgerungen mit den aktuellen Erkenntnissen

  1. KI macht auch vor der Coaching-, Moderations-, Trainings- und Beratungsbranche nicht Halt.

  2. Wir tun gut daran, KI als Unterstützung einzusetzen, um das notwendige Knowhow aufzubauen.

  3. Es macht Sinn, sich im Prompt Engineering weiterzubilden. Prompt Engineering bezieht sich auf die Kunst und Wissenschaft des Erstellens von effektiven Prompts, um eine KI zu lenken und ihr bestimmte Aufgaben zu geben. Es umfasst die Erstellung von präzisen, klaren und relevanten Anweisungen oder Fragen, die die KI interpretieren und verstehen kann, um eine gewünschte Aufgabe auszuführen.

  4. Wenn die Ressourcen und strategischen Partnerschaften vorhanden sind, bietet das riesige Feld unheimlich viele Möglichkeiten, sich als Startup zu betätigen.

  5. Es ist wohl wie bei Remote-Working... es ist nicht die Frage ob KI oder nicht. Sondern eher, wie schnell man mitmacht und wie man es geschickt hinkriegt, hybrid zu arbeiten und die Vorzüge beider «Welten» zu nutzen.

  6. Und last but not least... eine KI wird uns vorläufig noch nicht ersetzen. Intuition, Bauchgefühl und Empathie fehlen (zumindest noch).


KI im Innovationsmanagement

Eine Tatsache nach unseren eben ausgeführten Überlegungen: KI bietet viele Vorteile im Innovationsmanagement. Durch den Einsatz von Machine Learning und Deep Learning-Technologien können Unternehmen schnell und effizient große Datenmengen verarbeiten und analysieren. So können beispielsweise Markttrends und Kundenbedürfnisse schneller erkannt werden, was die Produktentwicklung beschleunigt und verbessert. Darüber hinaus können KI-Systeme auch in der Ideenfindung und -bewertung unterstützen. Oder in nutzerzentrierten Projekten mit der Befragung von Bots, die für bestimmte Personas zum Einsatz kommen, was enorm Zeit sparen kann.


Auch im Bereich des Projektmanagements kann KI helfen, Zeit und Ressourcen zu sparen. KI-gestützte Tools können die Planung und Überwachung von Projekten automatisieren und verbessern, indem sie Risiken und Abhängigkeiten frühzeitig erkennen und aufzeigen.


Ethik im Umgang mit KI

Die zunehmende Nutzung von KI im Innovationsmanagement wirft jedoch auch ethische Fragen auf. Einige Experten befürchten, dass KI-Systeme irgendwann in der Lage sein werden, eigenständig Entscheidungen zu treffen, die weitreichende Auswirkungen haben können. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass KI-Systeme nicht diskriminieren oder unethische Entscheidungen treffen.

Darüber hinaus muss berücksichtigt werden, dass KI-Systeme auf Daten angewiesen sind, um zu funktionieren. Wenn die Daten, die in die KI-Systeme eingespeist werden, verzerrt oder unvollständig sind, können sie falsche oder unethische Entscheidungen treffen. Es ist daher wichtig sicherzustellen, dass die Daten, die in die KI-Systeme eingespeist werden, korrekt und ethisch einwandfrei sind.


Fazit

KI bietet viele Vorteile im Innovationsmanagement. Aber es ist wichtig sicherzustellen, dass sie ethisch vertretbar eingesetzt wird. Menschliche Führung und Entscheidungen sollten weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Insbesondere in Situationen, in denen ethische und moralische Entscheidungen getroffen werden müssen, sollten KI-Systeme lediglich als Werkzeug dienen und nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage. Das könnte bspw. sein, wenn eine KI aufgrund der Datenlage entscheidet, welche Produktideen und -Prototypen umgesetzt werden. Letztlich ist es wichtig, dass die Vorteile von KI im Innovationsmanagement mit einem bewussten Umgang mit den ethischen Herausforderungen, die damit einhergehen, abgewogen werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass Innovationen auf eine nachhaltige und ethisch verantwortungsvolle Weise vorangetrieben werden.


An dieser Stelle ein Tipp von uns

Die von uns sehr geschätzte Organisation von IDEO hat kürzlich zum Thema «KI & Ethik» ein 30 Inspirationskarten umfassendes Set zu folgenden zwei Fragestellungen publiziert:


Wie können wir KI nutzen, um «Dinge» für den Menschen besser zu machen?
Wie können wir Augmented Intelligence nutzen, um dynamische, komplexe und sich entwickelnde systemische Herausforderungen auf menschenzentrierte Weise zu lösen?

IDEO beschreibt darin ihre eigenen vier Design-Prinzipien im Kontext mit KI:

  • Daten sind nicht die alleinige Wahrheit!

  • Setze nicht voraus, dass alle auf KI gewartet haben!

  • Respektiere Privatsphäre und Gemeinwohl!

  • Unbeabsichtigte Folgen von KI bieten Chancen für die Entwicklung von neuen Lösungen!

Das sehr empfehlenswerte Kartenset gehört in die Sammlung von allen UX-Designern und Innovationsexperten und kann über diesen Link kostenlos heruntergeladen werden.


* Prompts sind eine Möglichkeit, einer KI spezifische Anweisungen oder Fragen zu geben, um sie in eine bestimmte Richtung zu lenken oder sie zu einer bestimmten Aufgabe auszuführen. Es sind kurze Textstücke, die in einer natürlichen Sprache verfasst sind und von der KI interpretiert werden können. Prompts können sehr unterschiedlich gestaltet sein, abhängig von der Art der KI und der gewünschten Aufgabe. Einige Prompts können einfache Fragen oder Befehle enthalten, wie z.B. «Erstelle eine Liste von Einkaufsartikeln» oder «Füge ein Bild in die Mitte des Dokuments ein». Andere Prompts können jedoch komplexer sein und detaillierte Anweisungen enthalten, wie z.B. «Schreibe einen Artikel über das Konzept der künstlichen Intelligenz und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft, der mindestens 1000 Wörter lang ist».

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