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Ist Netzwerkökonomie nur moderne Tagelöhnerei?

Woher kommt der Begriff Tagelöhnerei

Die Geschichte der Tagelöhnerei reicht weit zurück in der Zeit und ist eng mit vielen verschiedenen Kulturen verbunden. Es wird angenommen, dass Tagelöhner bereits vor der Antike existiert haben und in vielen antiken Gesellschaften eine Rolle spielten. In der römischen Welt war Tagelöhnerarbeit ein beliebter Weg, um Spezialarbeitskräfte zu beschäftigen, die für Arbeiten wie den Bau von Straßen, Gebäuden und anderen öffentlichen Einrichtungen benötigt wurden. Im Mittelalter waren Tagelöhner häufig Bauern oder Handwerker, die als temporäre Arbeiter angestellt wurden, um kurzfristige Bedürfnisse des lokalen Marktes zu erfüllen. Ferner gab es auch viele Tagelöhner, die auf dem Land lebten und als Jäger oder Fischer tätig waren. Tagelöhnerschaft hat sich im Laufe der Jahrhunderte stark verändert und ist heutzutage eher mit flexibel angebotener Dienstleistungsarbeit verbunden. Moderne Tagelöhner werden heute jedoch eher als Freelancer bezeichnet und arbeiten oft als Webdesigner oder Online-Mitarbeitende für Unternehmen.


Warum Tagelöhnerei verpönt wurde

Es ist nicht nur die Unbeständigkeit der Tagelöhnerei, die viele Menschen abschreckte. Auch andere Nachteile des Systems machten es für viele unerwünscht. Zum einen waren Tagelöhnern oftmals niedrigere Löhne garantiert. Das niedrigere Entgelt für eine Leistung ist auch heute manchmal noch eine Herausforderung für moderne Tagelöhner oder eben Freelancer. Besucht man bspw. die Plattform von «Fiverr». Diese Plattform bietet viele Designaufträge an. So bekommt man über «Fiverr» bereits professionell gestaltete Logos ab ca. 10 €/CHF. Oder «udemy», das sich der digitalen Weiterbildung verschrieben hat... für wenige €/CHF kann man auf dieser Plattform Kurse buchen, die oft eine sehr hohe Qualität aufweisen. Sowohl bei Fiverr als auch bei udemy gewinnen nicht Content-Anbieter:innen. Bei beiden Plattformen verdienen diese nur einen Bruchteil des Gesamtbetrages. In erster Linie profitieren die anbietende Plattform und Kund:innen, die Services für in beachtlicher Qualität zu minimalen Preisen erhalten.

Eine weitere Schwierigkeit war schon seit jeher, dass Tagelöhner (oder modern ausgedrückt: Freelancer) möglicherweise keine Sozialleistungen erhalten. Dies bedeutet, dass sie im Falle eines Unfalls oder einer Krankheit möglicherweise keinen Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten. Das war bspw. beim Fahrdienst UBER in der Schweiz der Fall. Die Organisation betrachtete ihre Fahrer:innen als selbstständig, das Bundesgericht sah dies anders.


Netzwerk- und Plattformökonomie - Hilft aus Tagelöhnern moderne, angesehene Mitarbeitende zu machen!

Früher als Tagelöhner, heute als Freelancer bezeichnet... das Prinzip der Tagelöhnerei ist noch immer dasselbe. Image und Ansehen von Freelancern sind nach wie vor durchzogen. Freelancing ist doch nur etwas für junge Menschen, die noch keine Verpflichtungen haben. Menschen, die nicht so viel arbeiten wollen, denen muss man auch nicht allzu viel für ihre Leistung bezahlen. So Meinungen, die heute zuweilen noch vorherrschen.


In vielen Bereichen der Wirtschaft beginnen sich heute Subskriptions-Geschäftsmodelle durchzusetzen. Was die meisten Subskriptionsplattformen ausmacht, ist ein enormes Angebot an Inhalten. Spotify - eine typische Subskriptionsplattform - bietet bereits über 80 Millionen Songs an. Das macht die Plattform für Musikfans so attraktiv. Wenn man früher ein bestimmtes Album suchte, musste man im dümmsten Fall mehrere Plattenläden abklappern, bis man das Album fand. Dies ist heute nicht mehr notwendig, da Spotify (fast) alles anbietet. Es gibt kaum noch Künstler:innen oder Bands, die es sich - auch trotz minimaler Entlohnung - noch leisten können oder wollen, nicht auf grossen Streamingplattformen wie Spotify vertreten zu sein.


Bei Spotify sprechen wir von einem B2C-, einem Business-to-Consumer-Angebot also. Was, wenn die Subskriptionsökonomie auch im hochqualitativen B2B-Servicebereich Einzug hält? Ein großer Vorteil von Abo-Plattformen ist - wie eben beschrieben - das breite bzw. tiefe Angebot an Dienstleistungen. Oft hat man heute die Zeit gar nicht mehr, bspw. ein Dutzend gute Anbieter für verschiedenste Dienstleistungen zu suchen. Zudem weiß man zu Beginn einer Partnerschaft auch selten, ob die Leistung qualitativ zu den eigenen Ansprüchen passt.

Wenn eine Plattform, deren Betreiber sich einen guten Namen gemacht hat, Dienstleistungen in einem im Abo anbietet, können Kunden davon ausgehen, dass die erhaltene Leistung eine ebensolche hohe Qualität aufweist.


Keine B2B-Services-Subskriptionsplattform kann sich leisten, für das breite Angebot Top-Spezialisten fest anzustellen. Hinter der Plattform werden immer Freelancer stehen, die im Namen der angesehenen Plattform Dienste für Drittkunden verrichten.


Weil wir hier von hochqualitativen B2B-Services sprechen, braucht es dazu auch hoch qualifizierte Personen, die gewillt sind, in einem nicht festen Arbeitsverhältnis zu stehen. Diese Fachkräfte erhält man nicht - wie weiter oben in diesem Artikel beschrieben - zu einem niedrigen Entgelt (wie bspw. bei Fiverr). Sondern zu fairen Ansätzen, die sowohl Freelancern als auch der Plattform ein Auskommen ermöglichen.


Sicherheit für Freelancer

Für Arbeitsuchende im Bereich von B2B-Dienstleistungssubskriptionen gibt es einige Vorteile. Zum einen ist das Arbeitsumfeld in der Regel weniger stressig, da Abonnements überwiegend nicht mit der gleichen Hektik und dem Druck verbunden sind wie klassische Selbständigkeitsmodelle. Abos schließt man für einen längeren Zeitraum ab, nicht für drei Monate und schon gar nicht für Einzelaufträge. Deshalb ist der Einkommensfluss für die Abo-Plattform sicherer und damit auch für Freelancer. Zum anderen ermöglicht das Abo-Modell Arbeitnehmer:innen, ihre Zeit besser zu planen und sich auf längerfristige Projekte zu konzentrieren, anstatt sich ständig um kurzfristige Aufgaben kümmern zu müssen.


Fairness für Abonnent:innen von B2B-Dienstleistungen

Wie profitieren Abonnent:innen bei Subskriptionen von B2B-Dienstleistungen? Da gibt es zahlreiche Vorteile, von denen hier einige erwähnt sind:

  1. Die Flexibilität für abonnierende Unternehmen steigt, da Abos in der Regel sehr flexibel sind. Wenn bspw. ein großes Projekt Mitarbeitende für ein halbes Jahr fest bindet, so erlaubt es ein flexibles Subskriptionsmanagement, den Abo-Typ während dieser Phase anzupassen.

  2. Externe Dienstleister:innen müssen weniger auf systemische Begebenheiten achten, da sie aus einer Position der Neutralität agieren. So kann bspw. eine interne Person oft Prozesse weniger gut moderieren, da sie ein Teil des Unternehmenssystems ist.

  3. Das virtuelle Wissen einer Organisation steigt, weil das Wissen von externen Top-Freelancern in der Regel auf dem allerneusten Stand ist. Die Freelancer sind meist hoch qualifizierte Nischenanbieter:innen.

  4. Der Grad der Abhängigkeit sinkt, weil eine B2B-Aboplattform für die gebuchte Leistung geradestehen muss, so ein Freelancer einmal ausfällt.

  5. Die aufzubringenden Sozialkosten für Abonnent:innen sinken, da sie weniger fest angestellte Mitarbeitende haben.

  6. Kosten werden für Abonnent:innen besser planbar, da sie feste Abo-Kosten haben, die vorhersehbar sind.

Fazit und Angebot

Die Subskriptionsökonomie bei qualitativ hochstehenden B2B-Services ist in den meisten Fällen eine Win-Win-Situation für Abonnent:innen, Freelancer und Plattform. Das ehemalige, zweifelhafte Image von Tagelöhnern, die teilweise ausgebeutet wurden, passt - zumindest B2B-Services - nicht mehr. Moderne, hochqualifizierte B2B-Freelancer bieten Dienstleistungen in hoher Güte, arbeiten flexibel und bringen aktuelles Fachwissen mit.


Um die Titelfrage mit einer eigenen Meinung abzuschliessen: Nein, die Netzwerkökonomie ist definitiv keine moderne Form der ausbeutenden Tagelöhnerei. Netzwerkökonomie ist eine Form der neuen Arbeitswelt, um in einer komplexen Welt agiler zu werden, Kosten zu sparen und Ausgaben berechenbar zu halten.


Dieser Blogartikel wurde von SOULWORXX verfasst. Einem Unternehmen, das bis anhin die eigenen Services in den Bereichen Innovation, Unternehmensentwicklung und Change Management ausschließlich im «Pay per Use»-Geschäftsmodell anbot. Zusätzlich zum bestehenden Pay-per-Use-Modell bietet SOULWORXX seit 2023 Moderations-, Coaching-, Trainings- und Beratungsleistungen auch im Abo-Modell an. Dazu wurde ein spezielles Label geschaffen. Dieses heisst NOVEEGO und wird als [n​o|ʋ​i|​ɡo] ausgesprochen. Das ist ein Wortspiel mit dem Begriff «novigado», der in der künstlichen Weltsprache «Esperanto» für Innovation steht.


Wer mehr über das Abo-Modell von NOVEEGO erfahren will, kann sich über diesen Link eine Broschüre herunterladen. Oder sich direkt mit einem kurzen Erstgespräch über die Möglichkeiten schlaumachen.


*Die genderneutrale Sprachform zieht sich bewusst nicht konsequent durch den Text. Wo uns eine einfache Leseweise sinnvoller erschien, ist die genderneutrale Form weggelassen. So oder so… in JEDEM Fall gelten entsprechende Ausdrücke selbstverständlich für alle «Gender».


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