Future Skill UNLEARNING: um alte Muster loszulassen und wieder Freiraum zu schaffen
- Markus Müller
- vor 22 Minuten
- 3 Min. Lesezeit
Dein Team ist engagiert, die Strategie ist klar, die Tools sind gegeben – und trotzdem bleibt die Arbeit zäh. Entscheidungen dauern. Meetings wiederholen sich. Gewohnheiten gewinnen. Die Arbeit mit immer mehr Daten und Formularen nimmt überhand. Und irgendwann merkst du: Nicht das Lernen ist der Engpass. Sondern das Loslassen.
Unlearning (auf Deutsch oft: Verlernen) klingt im ersten Moment wie ein Modewort. In der Praxis ist es ein ziemlich «einfacher» Hebel: Du reduzierst Ballast, stoppst überholte Routinen und schaffst Platz für das, was wirklich zählt. Und das zahlt direkt auf die Leistungsfähigkeit einer Organisation ein.
Future Skill Unlearning: Warum alte Muster so hartnäckig sind
Die psychologische Sicherheit des Menschen basiert seit Urzeiten auf Routinen, Abläufen und Mustern. Weil diese etwas «Bekanntes» darstellen, vermitteln sie Sicherheit. Das gilt auch heute noch. Alte Muster sind jedoch keineswegs «dumm». Sie sind bloss oft ehemalige Erfolgsrezepte. Genau das macht sie so gefährlich: Sie fühlen sich richtig an – auch wenn sie längst nicht mehr passen.
Einige typische Gründe, warum Muster bleiben:
Belohnungssysteme sind falsch eingestellt: Wer schnell reagiert, wird gelobt – auch wenn es hektisch und unkoordiniert ist. Wer ruhig priorisiert, gilt als langsam.
Es fehlt ein klares «Stopp»-Signal: In vielen Organisationen gibt es einen (symbolischen) Startknopf für Neues, aber keinen Stoppschalter für Altes.
Überlastung tarnt sich als Produktivität: Voller Kalender = wichtig. Viele Mails = relevant. Viele Projekte = Fortschritt. Obwohl vieles nur «Lärm» ist.
Angst vor Kontrollverlust: Wenn du etwas loslässt, wird sichtbar, was wirklich trägt – und was nur Gewohnheit ist.
Unlearning ist deshalb nicht «noch ein Lernmodul». Es ist ein bewusster Akt, um die eigene Arbeitsweise und die persönliche Effizienz zu erhöhen, was letztlich auch einer Organisation zu Gute kommt.
Future Skill Unlearning: Wie du wirklich «loslassen» kannst
Der englische Begriff «unlearning» ist vielleicht ein wenig irreführend. «Verlernen» heisst nicht, zu vergessen. Es heisst: Du nimmst etwas bewusst aus dem «Autopiloten». Sich den Future Skill «Unlearning» bewusst und reflektiert anzueignen, bedeutet chronologisch:
Sichtbar machen: Zuerst gilt es zu visualisieren, welche Meetings, Daten, Prozessen, Routinen, Muster u.v.m. Energie- und Effizienzräuber sind.
Alternativen finden: Mit adäquaten Techniken und Methoden lernst du, was du tun kannst, um Muster zu durchbrechen, nicht mehr Benötigtes zu stoppen oder von «etwas» weniger zu machen.
Drill: Üben, üben, üben! In einer häufig zitierten Feldstudie von Phillippa Lally (u. a. University College London) lag der Median um eine neue Verhaltensweise zu automatisieren bei täglicher Ausführung bei 66 Wiederholungen (https://repositorio.ispa.pt/bitstream/10400.12/3364/1/IJSP_998-1009.pdf). Die Spannweite war mit 18 bis 254 Tagen allerdings sehr gross (also ~18 bis ~254 Wiederholungen bei täglicher Praxis). Neuere systematische Meta-Analysen zeigen jedoch: es sind oft Monate, je nach Verhalten und Kontext bis sich neue Muster verfestigt haben.
Fazit: Verhaltensweisen und Muster zu verändern, ist im ersten Moment unbequem. Und trotzdem oft der schnellste Weg zu mehr Freiraum, Fokus und Effizienz. Und gleichzeitig eine tolle Unterstützung, die vor Burnot und Stress schützt.
Future Skill Unlearning: Nur für Menschen oder auch für Organisationen?
Was für Individuen gilt, ist auch für Organisationen absolut angebracht. In Unternehmen sind die typischen Effizienzräuber meist Produkte, Dienstleistungen, Prozesse, Handlungen/Verhaltensmuster und Kulturen. Ein Begriff, der im organisationalen Kontext ein passendes Synonym für «Unlearning» darstellt, ist «Exnovation».
Weiter oben in diesem Artikel wurde erwähnt, dass es in vielen Organisationen einen «Startknopf für Neues» gibt. Als Synonym dafür können wir «Innovation» verwenden. Im Business-Kontext steht Innovation häufig für neue oder weiterentwickelte Produkte, Dienstleistungen und Prozesse. Gerade Produkte und Dienstleistungen bleiben jedoch nicht selten viel zu lange unverändert im Portfolio. Und über Jahre gewachsene Prozesslandschaften werden zu selten konsequent daraufhin überprüft, welche Abläufe nicht mehr – oder nur noch in veränderter Form – gebraucht werden. Frei nach dem klassischen Motto: «Läuft doch … warum also etwas verändern?»
SOULWORXX und der Future Skill UNLEARNING: Unsere Angebot dazu
Kann man den Future Skill UNLEARNING trainieren? Ja, kann man! In unseren Trainingsformaten arbeiten wir mit:
Der eigens für diesen Skill erarbeiteten SCRAMBLED-Methode©.
Oder der überaus simplen Stop-Doing-List von Jim Collins,
den Six Thinking Hats von Edward de Bono,
den klassischen 5 WHYs,
dem Bridges Transition Model,
dem Double-Loop Learning (Chris Argyris & Donald Schön)
oder der After Action Review (AAR) / Lernschleife (u.a. US Army, später breit adaptiert).
Je nach Umfang des Trainings kommt ihr in den Genuss einer, zwei bis drei oder gar vier bis fünf dieser Techniken, Hilfsmittel oder Methoden.
Mehr über unsere Trainingsformate (Impuls-Training 1/2 Tag, Tages- oder Zweitagestraining (inkl. Coaching- und Peer Group-Elementen) erfahrt ihr auf dieser, unserer SOULWORXX-Website oder über die Website des House of Skills.
Möchtet ihr vorab erfahren, was Future Skills sind, welche es gibt und wie man diese in die eigene Organisation einfliessen lässt? Bucht unser Impulsreferat! Physisch und online möglich! Fragt jetzt über die folgende Maske unverbindlich an:
