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KI-Innovation in der Praxis: Zwei mögliche Strategien

Vor einigen Tagen haben wir an dieser Stelle einen Artikel veröffentlicht, der unser KI-Verständnismodell beschreibt und ein genaues Vorgehen skizziert, wie du effizient eure eigene KI-Transformation startet. Der Change startet in der Regel auf der Produkte- bzw. Dienstleistungsstufe, weil hier mit dem geeigneten Innovationsvorgehen schnelle Wirkung erzielt werden kann.


Doch was heisst Innovationsvorgehen eigentlich? Welche Arten gibt es? In diesem Artikel zeigen wir dir zwei Innovationsstrategien, die du (auch) bei KI-Innovationsprojekten gut anwenden kannst:


Infografik zu KI-Innovation: disruptive Vorgehensweise (Zukunft definieren, rückwärts planen) vs. inkrementelles Vorgehen (Produkt/Service mit KI-Features anreichern), mit Kurzlogik und Einsatzfällen.

KI-Innovation: Die disruptive Vorgehensweise für die grossen Sprünge

Die gestaltende Vorgehensweise mit Zukunftsbild und Retropolation: mutig und differenzierend.

Kurzlogik: Zukunft definieren, dann rückwärts planen und heute starten.

Wann sinnvoll? Wenn du dich neu positionieren, neue Erlöse erschliessen oder dem Markt voraus sein willst.


Disruptive KI-Innovation: Das Vorgehen in 5 knappen Schritten

  1. Zukunftsbild 2030 formulieren (Nutzenversprechen, Zielkunden, Plattform-/Datenrolle).

  2. Retropolation: 2030 → 2028 → 2026 → 2025 – mit konkreten Meilensteinen.

  3. Value-Pools* bestimmen (z. B. Data-as-a-Service, KI-gestützte Services, Ökosystem-Partnerschaften).

  4. Proof-of-Story: Pitchen, Rollenspielen, heikle Fragen testen (Datenschutz, Fehlentscheidungen, Haftung).

  5. Minimum Lovable Service** (MLS) bauen und mit echten Kund:innen testen – nicht nur MVP, sondern «wow, das will ich!».

*Value Pools = Value Pools sind die Teilbereiche einer Wertschöpfungskette, in denen sich der überproportionale Anteil der Gewinne konzentriert.

**MLS = kleinstmöglicher marktreifer Servicekern, so nutzerzentriert und emotional gestaltet, dass Kund:innen ihn mögen und weiterempfehlen.


KI-Innovation: Das inkrementelle Vorgehen

Die Weiterentwicklung deines bestehenden Produktes/Services: schnell, (relativ) risikoarm, messbar.

Kurzlogik: Bestehendes Produkt/Service mit klaren KI-Features anreichern.

Wann sinnvoll? Wenn du schnelle, messbare Verbesserungen willst – mit vorhandenen Daten/Prozessen.


Inkrementelle KI-Innovation: Das Vorgehen in 5 knappen Schritten

  1. Top-3 Pain Points der Nutzer:innen ermitteln (Beobachtung, Support-Logs, Interviews).

  2. Feature-Hypothesen formulieren («Wenn wir X automatisieren, sinkt Y um Z %»).

  3. Leitplanken festlegen (Transparenz, Hand-off-Regeln, Quellenpflicht).

  4. Wizard-of-Oz-Prototyp* bauen, real testen (kritische Szenarien inklusive).

  5. Pilot (4–8 Wochen) mit KPIs: Effizienz, Qualität, Business, Adoption.


*Wizard-of-Oz = Test-Setup, bei dem Nutzer:innen scheinbar mit einem autonomen System interagieren, dessen Kernfunktionen jedoch von Menschen bedient werden, um schnell Nutzen und UX zu validieren.


Schlussfolgerung – was die KI-Innovationsstrategien praktisch bedeuten

Am Ende geht es nicht um «richtig» oder «falsch», sondern um Bewusstheit: Welche KI-Innovationsstrategie passt JETZT zu eurem Ziel, eurer Kultur und eurem Risikofenster? Disruptiv mit Zukunftsbild heisst: neue Spielfelder schaffen und die Regeln verändern. Inkrementell heisst: bestehende Angebote mit klaren KI-Features verbessern und heute Wirkung erzeugen.

Beide Wege sind Teil deiner KI-Transformation – entscheidend ist, dass du explizit wählst und konsequent umsetzt.


SOULWORXX plant, begleitet und moderiert jegliche Arten von Innovationsprozessen und -projekten. Seid ihr bereit für den Schritt in die faszinierende Welt der KI? Wenn ihr nicht genau wisst, ob disruptiv oder inkrementell zu eurer Organisation passt, gebt uns unten im Formular ein paar Stichworte zu Ziel und Kontext. So diskutieren wir deine nächste Wirkungsetappe in der KI-Innovation gezielt.



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