Coaching für mehr Nachhaltigkeit



Ich bin ein passionierter Surfer

Seit über 30 Jahren liebe ich es, in meiner Freizeit auf jeglicher Art von «Brettern» zu stehen, wenn sich darunter Wasser befindet. Über diese Leidenschaft bin ich schon vor Jahren sensibilisiert worden, dass die Gewässer viel zu stark vermüllt sind. Deshalb bin ich schon früh ein Supporter von Organisationen wie der «Surfrider Foundation» oder «Surfers against sewage» geworden. A propos Müll: Noch vor zwei Jahren haben wir in unserem Dreipersonen-Haushalt pro Woche ca. 35 Liter Hausmüll produziert. Und wir waren nicht unstolz darauf, weil wir sahen, dass viele Familien wesentlich mehr produzierten. In den letzten zwei Jahren wurde das Thema Nachhaltigkeit bei mir zu Hause immer «lauter» diskutiert. Unser Keller gleicht mittlerweile einem Mini-Recycling-Center. Resultat: Wir produzieren pro Woche noch ca. 5 Liter Hausmüll. Mit wenig Aufwand reduzierten wir innert zwei Jahren unseren Müll um ca. 85 %.


Ich bin Corporate Coach. Was hat also mein privater Hausmüll mit Corporate Coaching zu tun? Vordergründig nicht allzu viel. Und doch hängt dieser stark mit der Wirtschaft zusammen.

Ich habe nämlich festgestellt, dass ich einen grossen Teil der restlichen 15 % Restmüll nochmals eliminieren könnte, wenn da nicht diese blöden Verpackungen aus Verbundstoffen wären. So sind z.B. die feinen Pralinen, die ich mag, mit einer integralen Mischung aus Plastik und Metallfolie eingepackt. Ich bin auch ein grosser Weinliebhaber. Es dauerte lange bis ich realisierte, dass die Korkenkappen nicht aus reinem Aluminium, sondern aus ebendiesem Verbund von Kunststoff und Aluminium bestehen . Genau diese Materialkombination lässt sich – nach meinem Wissensstand – (noch) nicht rezyklieren. Saftkartons (bspw. für Fruchtsäfte) bestehen in der Regel auch aus Verbundstoffen: Karton mit Metallfolien. Die hingegen lassen sich mittlerweile dank einem innovativen Verfahren rezyklieren. Karton lässt sich mit Wasser auflösen und kann vom Metall getrennt werden!


Die einzige Wahl, die ich als Konsument, Pralinenliebhaber und umweltsensibilisierter Mensch also hätte, ist Verzicht! Weil es im Supermarkt kaum Verpackungsalternativen gibt. Und hier kommt die Verantwortung der Wirtschaft ins Spiel! Mit der ach so bekannten Huhn-Ei-Frage. Wird ein Unternehmen nachhaltiger, weil es die Konsumenten fordern? Oder werden mehr nachhaltige Produkte gekauft, weil die Produzenten mehr davon bieten, man also gar keine Wahl mehr hat? Neben der Huhn-Ei-Frage gäbe es sogar noch eine weitere Möglichkeit: Die Wirtschaft wird nachhaltiger, weil sie von Gesetzes wegen muss.


Doch genau dieser Eingriff in die Wirtschaft wird in der freien Marktwirtschaft höchst ungern gesehen. Zölle, Strafsteuern oder CO2-Abgaben sind Ausgaben, die den Gewinn schmälern. Genau den Gewinn, der in der profitorientierten Marktwirtschaft Pflicht ist. Börsenkotierte Unternehmen werden nicht selten von Analysten abgestraft, wenn sich die Gewinne nicht so entwickelt haben, wie dies gewünscht war. Ein profitorientiertes Handeln ist zu einem unabdingbaren «Must» geworden.


Ein simples Beispiel: Nachhaltig oder günstig?

Ich gebe zu, das folgende Beispiel ist nicht mit einer «Total Cost of Ownership»-Sichtweise, also dem Einbezug von sämtlichen Faktoren, zu Ende gedacht. Ich betrachte der Einfachheit halber bloss den ersten Schritt eines Produktelebenszyklus' aus einer Perspektive der linearen Wirtschaft. Angenommen ich habe ein Foodtech-Startup gegründet, das ein innovatives Bierprodukt entwickelt hat. Ich konnte dafür gar Risikokapitalgeber gewinnen, die in mein Startup investieren. Ich habe die Wahl zwischen einer Glas- und einer PET-Flasche für die Abfüllung meines Produktes. Gehen wir davon aus, dass ich zwei Mio. Flaschen pro Jahr benötige. Die Herstellkosten für eine PET-Flasche dürften heute in Europa zwischen zwei und vier Cent liegen (https://www.economist.com/economic-and-financial-indicators/2014/11/15/the-price-of-making-a-plastic-bottle). Eine Bierflasche bspw. kostet in der Produktion (Online-Recherche über mehrere Quellen hinweg) zwischen sieben und fünfzehn Cent. Bei einem Mittelwert von drei (PET-Flasche) zu elf Cent (Glasflasche) spare ich also pro Flasche acht Cent, wenn ich mich für die PET-Verpackung entscheide. Bei zwei Millionen benötigter Flaschen für mein Getränk spare ich pro Jahr satte 160'000 Euro. Das ist direkter Gewinn, der die Investoren freut! Für profitorientierte Unternehmer und Investoren ist die Sache also schnell klar! Wenn da nicht noch die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit wären!


Kunststoffproduktion nimmt nach wie vor zu

Das aufgeführte Beispiel zeigt symbolhaft, dass eine nachhaltigere Verpackung im Moment noch immer teurer ist als die günstige PET-Lösung. Dass nicht bloss unser Getränkehersteller im Beispiel so denkt, scheint die weltweite Kunststoffproduktion zu zeigen. Seit 2002 stieg die weltweite Produktion pro Jahr kontinuierlich zwischen zwei und fünf Prozent an (mit einem Ausreisser im Jahr 2008) und betrug im Jahr 2019 368 Mio. Tonnen (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167099/umfrage/weltproduktion-von-kunststoff-seit-1950/). Das kommt einer Zunahme von 84 % in 17 Jahren gleich. In Europa hingegen beträgt die Zunahme im selben Zeitraum bloss 3.2 Prozent. Zwischen 2017 und 2019 sank die Produktion in Europa gar um über zehn Prozent. Sind Europäer als bewusster und nachhaltiger unterwegs? Schwierig zu sagen. Eine Hypothese besagt, dass allein aufgrund der Pfandkosten für Plastiktüten in Europa, die seit einigen Jahren bezahlt werden müssen, der Bedarf an Plastik zurückgegangen ist. Das zeigt, dass sowohl Konsumenten als auch Produzenten oft zuerst einen gewissen «Pain» verspüren müssen, bevor sie handeln. Und das geschieht nicht selten über Preissteigerungen oder Steuererhöhungen.


Kann daraus die Schlussfolgerung gezogen werden, dass wir als Corporate Coaching-Agentur für Steuererhöhungen, Gebühren und erhöhte Zölle einstehen, um eine nachhaltigere Wirtschaft zu schaffen? Im Gegenteil! Wir sind überzeugte Liberalisten! Gleichzeitig fördern wir jedoch auch eine nachhaltige unternehmerische Verantwortung. Zu einem Unternehmen der neuen Arbeitswelt gehört unseres Erachtens eine hohe soziale Verantwortung.


Nachhaltigkeit als Purpose

Und damit schliesst sich der Kreis in diesem Artikel. «Purpose» heisst für uns, dass wir Einzelpersonen bei SOULWORXX für das einstehen, worin wir unsere Kunden unterstützen. Und da steht eben die Nachhaltigkeit als Teil unseres Service-Portfolios im Bereich Innovation immer mehr im Mittelpunkt.


Wir coachen Nachhaltigkeit

Wenn Sie nach diesen Zeilen auch mehr Lust verspüren, die eigenen Prozesse, Dienstleistungen und Produkte kritisch auf Nachhaltigkeit zu hinterfragen, dann bestellen Sie doch vorerst mal unser kostenloses Magazin «innov8!» mit dem Kernthema Nachhaltigkeit. Oder sprechen Sie uns direkt an! In einem kurzen Online-Meeting lernen Sie uns kennen und wir können Ihnen mehr über die Möglichkeiten erzählen, wie man spielerisch und effizient den ersten Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft macht.


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